Donnerstag, 10. Januar 2019

Nächstenliebe und Feindesliebe

Wie wir alle aus unseren eigenen Erfahrungen wissen, ist Nächstenliebe nicht immer einfach. Es gelingt uns nicht immer, den anderen zu lieben. Auch uns selbst zu lieben, kann manchmal schwierig sein. Und dann sollen wir sogar noch unsere Feinde lieben!?

Christliche Feindesliebe

Ich persönlich denke, dass es ohne Gottes "unter die Arme greifen" für Menschen unmöglich ist, seinen Feinden zu vergeben und sie zu lieben. Ohne den Heiligen Geist als Beistand klingt das nach "Mission Impossible".

Und doch stelle ich fest, dass ich diese Nächstenliebe und die Feindesliebe auch teilweise üben und eintrainieren, mir langsam angewöhnen kann. Das erfordert aber auch Willensstärke, Überwindung und manchmal Mut. Doch man wächst dadurch in seiner Persönlichkeit und man hört auf, seine Energie in Rache oder Wut zu stecken und lenkt sie lieber in produktivere Richtungen, die einem gut tun.

Konkrete Beispiele aus meinem Alltag:

  • Wenn ich weinenden Leuten, ohne Begleitung, in der Öffentlichkeit begegne, dann ignoriere ich sie nicht mehr. Ich überreiche ihnen z.B. diskret ein Taschentuch als Zeichen des Trosts. Anhand deren Reaktion erkenne ich dann, ob sie allein sein wollen oder ob sie sich ein offenes Ohr wünschen. Das kostete mich am Anfang ziemlich Überwindung, auf fremde Leute so zuzugehen. 
  • Ich überlegte, welche Personen mich nerven oder verärgern. Dann begann ich genau diesen Leuten, die ich nicht besonders mag, täglich etwas Gutes zu wünschen oder für sie um Gottes Wegbegleitung zu beten.
  • Ich versuchte auch Leuten, die mich "nerven" oder mir zum wiederholten Mal etwas erzählen, oder etwas noch immer nicht verstanden haben, trotzdem weiter geduldig zuzuhören und mich in ihre Situation hinein zu fühlen.
  • Ich versuche unfaires Verhalten mir gegenüber nicht zu dramatisieren. Ich will mich nicht ewig darüber beschweren und mich ärgern. Statt dessen will ich konstruktiv die Zukunft gestalten.
Ich weiß, das sind nur kleine Schritte. Aber ich habe mich auf den Weg gemacht und laufe langsam vorwärts.

Kommentare:

  1. Klingt gut! Wenn Du magst, berichte doch mal nach einiger Zeit, wie es Dir und den anderen damit ergangen ist und welche Rückmeldungen Du bekommen hast.

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    1. Ja, gute Idee! Werde ich machen. Ich bin auch gespannt auf die Erfahrungen von Euch Leser! Bestimmt gibt es noch viel mehr Chancen und Möglichkeiten, an die ich noch gar nicht gedacht habe.

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